Wie wird man Traurednerin?

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Berufung

Ich bekomme oft diese Frage gestellt

Ich habe einen klassischen Beruf erlernt, ich bin Bankkaufmann. Leider konnte ich dort meine „kreative Ader“ nicht ausleben. Ich schrieb für mein Leben gerne Reden. Hochzeiten, goldene Hochzeiten, Silberhochzeiten, Geburtstage, Taufen und Firmenjubiläum. Überall stellte ich mein Können unter Beweis. Als junge Frau nahm ich eines Tages bei einer Trauerfeier eines Bekannten teil. Die Trauerrede hielt ein Freier Trauerredner. Ich war darüber so enttäuscht! Spiegelte diese Rede nichts von der Persönlichkeit meines Bekannten wieder. „Das hätte ich besser gemacht“.

Dieser Gedanke lies mich nicht mehr los. Ich beschloss, mich auf Trauerreden zu spezialisieren. Mittlerweile sind es einige Jahre und viele Reden her und ich bin immer noch mit ganzem Herzen dabei. Als ich eine Trauerrede für eine Verstorbene hielt, bekam ich einige Monate später einen Anruf. Die Enkelin der Verstorbenen bat mich, als Freie Rednerin ihre Hochzeit zu gestalten. Diese Hochzeit war eine richtige Herausforderung für mich.

Eine wunderschöne Dekoration (von mir und der Braut konzipiert), romantisch an einem See, Pavillon und Stuhlreihen mit Hussen. Es hätte nicht besser sein können. Bei meiner Ankunft war die Welt auch noch in Ordnung. Von Minute zu Minute sollte sich das Wetter ändern. Es kam regelrecht während der Zeremonie ein Sturm auf. Unsere Dekoration und mein Rednerpult war stark gefährdet. Eigenartiger Weise blieb ich völlig ruhig und schaffte es damit, auch dem Brautpaar die nötige Ruhe zu übermitteln.

Trotz alles Widrigkeiten war es eine gefühlvolle Hochzeit mit unglaublichen Beiträgen der Familie und Freunde und ich bin fest davon überzeugt, niemand wird diese Hochzeit je vergessen. Um mir weitere Kenntnisse anzueignen, absolvierte ich mehrere Stunden bei einem Floristen und ich arbeitete 5 Jahre bei einem Brautausstatter und Weddingplaner. „Hochzeiten“ das wurde meine Welt.

Sabine Rüger